Einblicke

Wer Einblicke in die Seele fremder Kulturen gewinnen will, muß sich den Menschen nähern, klar. Aber zumeist bleibt es bei einem Lächeln, um für ein Foto die passende Gesichtsmimik zu erzeugen, oder auch beim Austausch skeptischer Blicke oder belangloser Gruß- und Nettigkeitsfloskeln.
Die Einladung einer Familie – zumal mit einer so fremden Kultur – zu einem Hausbesuch fällt da schon in eine ganz andere Kategorie von Näherkommen.
Wir sind uns der Ehre bewußt und bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei unserem Reiseleiter und seiner Familie.
Ein bißchen unsicher waren wir schon, was bringen wir mit, was ziehen wir an, was machen wir mit all den Vorurteilen, die wir mehr oder weniger mit uns herumschleppen.
Aber da schau her: sie schreiben unsere Namen auf und halten uns die Schilder entgegen. Welch eine schöne Geste. Wir trinken Tee und werfen einen Blick in die Küche: bei der Zubereitung der gebackenen Bananen, die wir uns gewünscht hatten, präsentiert sich die Frau des Gastgebers unverschleiert. Sie hat ein hübsches Gesicht. Außerhalb der Küche hält sie sich bedeckt.
Die Bananen sind vorzüglich. Unsere süßen Gastgeschenke aus Deutschland sind so begehrt, temperamentvoll und im Spaß wird darum gestritten.
Dann ist Betzeit: Vater und Sohn ziehen sich in eine Ecke des Raumes zurück, sie sind ganz bei sich, lassen sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Die weiblichen Familienmitglieder begeben sich in einen anderen Raum. Zum Beten?
Bei der 13 jährigen Tochter, die sich unübersehbar westlich kleidet, habe ich meine Zweifel.  Der Vater als streng gläubiger und in seiner Moschee aktiver  Moslem hat ein ernsthaftes Problem mit ihrer Einstellung, darüber haben wir während der Reise des öfteren gesprochen.
Ich sag ihm: die Westeltern haben mit pubertierenden Mädchen ähnliche Schwierigkeiten und ich kann ihm nur zu der Haltung gratulieren, Ihr so viel Freiraum wie möglich zu geben.
Während sie beten, erfreuen wir uns an dem köstlichen Essen. Die Gedanken gehen in die Richtung, wie herrlich entspannt und normal wir miteinander umgehen und warum Völker und Religonen dazu vielfach nicht in der Lage sind. An den einzelnen Menschen liegt es nicht.
Ganz herzlichen Dank für die Einladung, ein Höhepunkt unsere Reise, wir werden uns immer gerne an dieses Erlebnis erinnern.
Übrigens, falls jemand einen hervorragenden Guide für Sulawesi braucht, können wir jemanden empfehlen.
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