Castel del Monte

Wer viel reist, lernt auch Menschen kennen. Oder er bekommt Anregungen, sich mit Menschen zu beschäftigen, die sich von dieser Welt verabschiedet, aber Zeugnisse ihres Lebens hinterlassen haben.
So erging es mir mit dem Staufenkaiser Friedrich II (1194 -1250) und seiner Hinterlassenschaft Castel del Monte nahe Bari/Apulien. Ein außergewöhnliches Gebäude auf einem herausragenden Platz, auf der Anreise von weitem sichtbar, die Landschaft prägend, ja krönend.
Was war das für ein Typ, der sich so ein Denkmal setzen mußte.
Ja klar, im Mittelalter ging es vornehmlich um Machterhalt und Machterweiterung durch Kriege und Intrigen, die Päpste mischten kräftig mit. Es sei nur erwähnt, daß sie Friedrich, der nicht so wollte wie sie, exkommunizierten, er aber dennoch gegen die Ungläubigen zu Felde zog und – man glaubt es kaum – auf diplomatischem Weg einen Teil Jerusalems erstritt.
Er war offen anderen Kulturen gegenüber, war neugierig in Sachen Architektur, Musik, Sprache, schrieb ein noch heute beachtetes Werk über das Jagen mit Falken und hatte immer Zeit für seine vielen Frauen.
Was war der Antrieb für den Bau des achteckigen Gebäudes? Die Historiker rätseln.
Bitte mal hinfahren und anschauen. Es lohnt sich.
Des Rätsels Lösung behalte jeder für sich.