Flußdelphin

Ja, ja wir haben ihn noch zu Gesicht bekommen in freier Wasserwildbahn, damals als wir durch Birma gereist sind.

Unbequem sitzend auf den nassen Planken des Langboots, die Kamera im Anschlag, hielten wir Ausschau. Wir ahmten seine Laute nach oder gaben Klopfzeichen, so wie es uns der Fischer vormachte, der seine Dienste seinerzeit noch in Anspruch nahm, wenn er seinem angestammten Beruf nachging. Denn er trieb ihm die Fischschwärme zu, nicht ganz uneigennützig, da er was abbekam von dem Fang.
Und tatsächlich, da zeigte er sich, mal Flosse, mal Rücken, mal vor uns, mal hinter uns, immer im respektvollen Abstand, aber er ließ uns keine Chance: sein keckes, intelligentes Gesicht hätten wir so gerne abfotographiert.
Ja, so erlebten wir ihn, werden wir unseren Enkeln und Urenkeln erzählen, den Flußdelphin am Irrawady, als es ihn dort – und nur dort – noch gab, als Mensch und Tier auf natürliche Weise voneinander profitierten, noch im Einklang lebten.

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