Apoala und die Tulpen

Ich wollte ja noch erzählen wie es in Apoala weiterging, ihr könnt euch vielleicht erinnern. Egal.
Die Fahrt von Nochixtlan zu unserem Zielort ist verkehrstechnisch sehr anspruchsvoll, ein Fahrer sollte jede Unebenheit, ja jeden Steinsbrocken auf dieser Schotterstrecke kennen. Unser Fahrer fällt in diese Kategorie, sodaß ich mich beruhigt den Mitreisenden neben ihm widmen kann, den beiden älteren Damen, die sich für den Marktbesuch chic gemacht haben, die eine hat einen langstieligen Blumenstrauß erstanden, eine Blüte neigt sich stetig weiter zum Fahrer hin und beginnt ihn zu irritieren. Sie unterhalten sich permanent, lachen viel und zeigen neugierig auf die wenigen Highlights entlang der Strecke. Der alte Herr neben uns hält sich bedeckt, schaltet sich selten ins Gespräch der Damen ein, dann aber lauthals oder spricht ein bißchen mit uns.
Nach ca 2 h ist die Anreise überstanden, wir zahlen zusammen 6 Euro und sprechen beim Touristikbüro des kleinen Ortes vor. Wir möchten eine Unterkunft in der Nähe des Flußes (den Tipp hatten wir über Instagram von einer Mutter mit Kleinkind, die ein Jahr vorher hier unterwegs war). Kein Problem.
Ein 10 jähriger, pfiffiger Bub wird vom Büro beauftragt, uns zu begleiten. Das Zimmer ist etwas klamm, naja die Nähe zum Fluß, die Höhe mit über 2000 m, aber wir haben ja unser Sommerbett dabei, das wird uns wärmen. Erst einmal den Canyon besichtigen mit den mächtigen Felsbrocken im Flußbett und dem überwältigenden Taleinschnitt, schier endlos, wenn du hochblickst. Momente, die du auf
Bild kaum festhalten kannst, aber in der Erinnerung.
Hoppla, da kommt jemand ins Schwärmen. Jetzt erst mal ein Bier im Restaurant – Holzhütte mit Wellblechdach und Außenküche – und ein Taco mit Hühnchen und brauner Bohnenpaste.
Ich seh schon, ich brauch noch einen dritten Teil.

Macht doch nichts, oder.