Sydney Harbour Bridge und Nonnenhaube

Kein Wunder, dieses Bauwerk hat Emotionen hervorgerufen wie kein anderes vergleichbares auf der Welt und es verzückt seinen Betrachter auch heute noch, denn es ist und bleibt ein Bauwerk, das so und nicht anders in dieser exponierten Lage errichtet werden mußte … das Opernhaus von Sydney erdacht von dem Dänen Jorn Utzon. Auf so eine Idee mußt du erstmal kommen, einfach genial, genial einfach.

Er hat sich von seiner Kreativität, Phantasie und Intuition leiten lassen, nicht so sehr bedacht, wie die Geometrie den Statikern Kopfzerbrechen bereiten und
den Bauherrn Löcher ins Stadtsäckl reißen würde. Ganz Künstler und Ästhet. Es kam dann auch letztlich zum Zerwürfnis, Utzon verließ seine Wirkungsstätte und betrat sie nie wieder, setzte keinen Fuß mehr auf den australischen Kontinent. Der Schöpfer des Werks bleibt seiner Vollendung fern.
Auch daran denkst du, wenn du dich im Sichtbereich des Gebäudes bewegst, sei es vom Linienschiff aus, wenn du in den weitläufigen Hafen einfährst, sei es beim Spaziergang auf der Harbour Bridge, dem handwerklichen Gegenentwurf und Zeichen englischer Ingieneurkunst aus den 30iger Jahren. Das Gebäude zieht dich in deinen Bann, es geht was aus von dieser einfachen und irgendwie selbstverständlichen Architektur, du versuchst dich in Vergleichen, sieht aus wie ein Schildkrötenpanzer, eine Auster, eine Meereswoge, eine Nonnenhaube…
… oder doch wie ein vor dem himmelblauen Horizont dahingleitendes Segelboot meinetwegen auf dem Starnberger See.