Frühstück in Fukuoka

Bei Eintritt in den Frühstücksraum nicht erschrecken: schwarzgekleidetes Personal mit Stirnband begrüßt dich mit martialischem Kampfgebrüll und ist auch im Verlauf des Aufenthalts unterwegs wie im Wettkampf, immerzu sich und die Kollegen anfeuernd, Gäste lauthals begrüßend und verabschiedend.
Dann sitzt du da an deinem Tisch mit dem eingelassenen Tischgrill und weißt nicht so recht, welche Knöpfe du bedienen sollst. Das fällt auf und es dauert nicht lange, bis ein hilfsbereiter Nachbar dir zeigt, daß du dir und wie eine Suppe zubereiten solltest.
Also her mit dem Töpfchen, Wasser aufkochen mit Seidentofu, der sich rasch auflöst, Krautblätter, Grünzeug, dünne Fleischstreifen, Ramennudeln hinein, ein Schuss Sojasoße, immer mit Blick auf den Nachbartisch, um ja nicht zu sehr mit abweichendem Verhalten aufzufallen.
Also die Essgewohnheiten zum Frühstück haben wir schnell und gern übernommen, Suppe statt Brot und Marmelade. Bei den übrigen Mahlzeiten sind wir noch in der Findungsphase.
Was ist mit den sozialen Gepflogenheiten?
Wir haben schon in Südkorea gelernt: wenn dir was gereicht wird, nimm es mit beiden Händen entgegen, wenn du am Tisch gesellig bist, dreh dich zum Trinken seitwärts ab, bedanke dich für Freundlichkeiten mit einer Verbeugung, nein, nicht so tief, Rücken grade, Hände seitlich an der
Hosennaht.
Geht doch.