Manolo
Da hinten ist er, der Camino – Kilometerstein mit der magischen Hundert, nur noch 100 km bis Santigo de Compostela. Komm, da müssen wir ein Foto machen, mit der 100 in Stein gemeißelt und heute Abend wird das Ereignis gefeiert, in unserer nächsten Station Mercadoido gibt es sicher Kneipen und Restaurants und bis dahin genießen wir die Hohlwege, eingerahmt von aufgeschichteten Felsplatten, die Kastanien- und Obstbäume, die ihre Früchte auf die Wege schmeißen, die menschenleeren Weiler mit der Hauptstraße aus grobem Felsgestein, als Momentensammler sind wir unterwegs, gerade hier, wenn der Ort auch noch Momentos heißt.
Und da ist er schon, der Ort unseres nächsten Aufenthalts, keine Blasmusik, kein Empfangskommitee, im Gegenteil: cerrado, geschlossen, oh nein, der Ober in weiß öffnet, ja, wir können übernachten, ja, er macht uns was zu essen, ja zum Trinken gibt es auch was, immerhin.
Bei Vorbereitung auf den nächsten Tag der nächste Schreck: wir haben zu Hause eine Übernachtung eines „El Cruzeiro“ gebucht, allerdings in einem Ort 90 km entfernt. Wir finden tatsächlich ein neues Quartier im vorgesehenen Ort und mit Hilfe von Manolo, so heißt unser Ober, verzichtet der versehentlich gebookte „El Cruzeiro“ auf sein Geld.
Festzustellen bleibt: Es gibt da so eine Zuversicht und Gelassenheit in allem, was wir tun.
Das kann doch nicht etwa mit dem Spirit dieses Camino Frances zusammenhängen … oder doch.