San Andres – das ist irgendwie das Ende der Welt, zumindest das Ende unserer Reise, eine Insel fernab von Kolumbien, näher zu Nicaragua. Nicht der Höhepunkt unserer Reise, was die Kosten betrifft schon, es gibt viele Schattenseiten, die nicht die Temperatur drücken, sondern eher das Befinden, der Verkehr mit den Golfcars und den unzähligen Motorrädern, die Beautyzollfreiläden, die Fastfooderias, der Müll in der Peripherie. Tourismus pur, nicht die sanfte Seite, wenige verdienen auf Kosten der Bevölkerung und der Umwelt.
Wir sind immer geflüchtet, mit dem örtlichen Bus zum einsamen Strand, Füße in den Sand, aufs Meer schauen, Türkis und Blau im Wechsel, weiter raus die weiße Schaumkrone vom Korallenriff. Wild Afrika heißt die Bar, nicht bewirtschaftet, aber sitz- und schattenspendend. Dann – an einem Sonntag – war plötzlich Leben in der Bude, Stühle und Sonnenschirme sozusagen vor der Tür und da war Roberto, mit Melissa, seiner Frau, 2 herzliche Menschen, die es nicht stört, daß kaum jemand die Bar besucht, wir erfahren viel vom Leben hier, nicht nur von der sonnigen Seite, Englisch ist hier keine Fremdsprache. Und vom Begehren, das Land zu verlassen, Traumziel USA, Deutschland. Bleib doch Roberto, es ist nicht die Zeit für Migranten, nirgendwo auf der Welt, die Insel braucht Leute wie dich, die in der Lage sind, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich würde ihn und seine Frau gerne begleiten auf seinem Weg. Es bleibt aber bei einem Danke für die schönen Stunden hier und Glück zu wünschen für den weiteren Lebensweg.
