Punta Gallinas der nördlichste Punkt Südamerikas

Nur mit geländegängigem Fahrzeug zu befahren ist der nördlichste Teil Südamerikas, Fahrbahnbelag gibt es hier nicht, aber Sandwüste, da geht der Fahrer aufs Gas, bei tiefdurchfurchten Passagen mit grobem Gestein, da kommen Fahrzeug und Insassen an ihre Grenzen. Und meist am Rand das gleiche Bild, Kakteen und Gebüsch, wilde Ziegen durchstreifen die karge
Landschaft auf der Suche nach Nahrung, wenige Menschen bessern ihr kümmerliches Dasein
mit Straßensperren auf. Unser Fahrzeug war voll von Süßigkeiten, Wasserbeuteln, Kaffee, wenn der Wegezoll entrichtet ist, hebt sich die
Schranke, sei es ein Seil, eine Kette
oder trockene Äste. Der Vorgang wiederholt sich ca. 100 mal an den 3 Tagen und hinterläßt jedes Mal ein ungutes Gefühl. Unser Vorschlag, vorwiegend Obst zu verteilen, stieß bei der Agentur nicht auf Gegenliebe. Obst wiegt mehr und braucht mehr Transportraum.
Überhaupt ist die Situation der Einheimischen, der Wayu, besorgniserregend, immer wieder kommt es zu Demonstrationen, auch während unseres Aufenthalts.
Ob dabei auch die Kohleproduktion Thema war, ließ sich nicht ermitteln.
Fest steht, daß die in dieser Gegend geförderte Kohle auch nach Deutschland geht. Ja muß das denn sein: wenn Kohle unbedingt noch gebraucht wird, dann sollte sie dort
bezogen werden, wo der Abbau die
Menschenrechte und die Umwelt nicht so stark gefährdet wie im empfindlichen Norden Kolumbiens.