Anfangs waren wir noch recht zuversichtlich, am Start des Camino Frances in Pamplona, augenscheinlich waren wir ein gutes Team, er hinter mir, mit allem bepackt, was ein Pilger so notwendigerweise mit sich führen muß,
ich gebe Richtung und Tempo vor, mutig voran, Schritt für Schritt, steilem Auf- und Abstieg auf grobem und lockerem Steingeläuf trotzend. Doch es ließ sich nicht mehr verheimlichen und kaschieren, irgendwas stimmte nicht in unserer Beziehung. Wenn ich meinem Körper die Anweisung gab zu beschleunigen – er ignorierte sie, das kannte ich bisher nicht, so als wollte er mir sagen: He, wirf erstmal Ballast ab, dann geht wieder was.
Es gibt da einen Hol- und Bringdienst für Gepäck wurde mir zugeflüstert und am nächsten Tag war es dann soweit: mein Deuter-Rucksack wird nun jeden Tag um 8 Uhr abgeholt, mit anderen Säcken durch die Gegend gefahren und gegen 14 Uhr am neuen Ziel abgeliefert. Ich nehme ihn dann erleichtert entgegen, während er so prall gefüllt ist, daß er zu platzen droht. Er kriegt dann einen Klapps von mir: nur so können wir es gemeinsam bis Santiago schaffen, Dicker.
