Schlenkerla und Schäufela

Zu trinken

fragt der Ober die beiden Gäste am Nebentisch in der Gaststätte Domspitz in der belebten Bamberger Innenstadt.

Zwei Schäufela,

antwortet der weibliche Gast prompt und irgendwie so, als ob er sich auskennt und hier eh nichts anderes bestellt wird als eben dieses Bamberger Nationalgetränk. Sie meinen zwei Schlenkerla, kommt es vom Ober ganz lässig und souverän zurück, eine Berichtigung, die von seinen Gästen ohne rot zu werden und ohne Diskussion sogleich akzeptiert wird.

Nun muß ich das mal kurz erklären und diejenigen, die immer gleich alles wissen, hören mal eben weg.

Das Schlenkerla ist ein Rauchbier, während es sich beim Schäufela um ein Schweineschulterstück mit Knochen handelt, von dem sich das butterweiche Fleisch so leicht lösen läßt, nicht zu vergessen die knusprige Schwarte drumrum.
Dazu 2 Kartoffelknödel und gerne Wirsing oder Blaukraut und mindestens ein Seidla ‚ also a Halbe . . . himmlisch.

Ich wollte euch das kurz erzählen, weil ich das so herrlich live am Nachbartisch erlebt habe und herzlich lachen müßte.
Nichts für ungut.

Und übrigens:

das erste Schlenkerla hat nicht gemundet, das zweite war schon besser, aber so richtige Freunde werden wir nicht.